Unterschiede der Data Protection Manager Hyper-V Wiederherstellungstypen

Die Weihnachtszeit ist vorüber und ich habe es in diesen Tagen tatsächlich geschafft auszuspannen und nicht den Verlockungen der VPN-Verbindung in die Firma zu erliegen und Dinge im Urlaub zu erledigen. Daher starte ich heute, mitten in der Woche (in BW war gestern Feiertag – Heilige Drei Könige), in das neue Arbeitsjahr und liefere daher den 2. Teil meiner kleinen DPM Artikelserie über Hyper-V Sicherung und Wiederherstellung. Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie eine Hyper-V VM Sicherung in DPM konfiguriert wird. In Teil 2 werde ich nun die unterschiedlichen Wiederherstellungsmöglichkeiten von Hyper-V VMs über die DPM Verwaltungskonsole näher beleuchten.

Auf welcher Ebene wollen wir starten?

Die erste Hürde bei der Wiederherstellung einer Hyper-V VM mit DPM liegt schon in der Auswahl des Einstiegspunktes für die Wiederherstellung. Was ist damit nun gemeint? Navigiert man sich in der DPM Verwaltungskonsole in den Bereich Wiederherstellung und klickt sich durch die wiederherstellbaren Objekte kann man für Hyper-V VMs auf verschiedenen Ebenen Objekte zur Wiederherstellung auswählen. Problem dabei: Man ist sich dessen nicht unbedingt bewusst, weil man, so wie ich, sich bis auf die tiefste Ebene durchgeklickt hat!
Auf der linken Seite kann man sich durch die Hosts klicken und aufklappen um an die wiederherstellbaren Daten zu kommen. Bei Hyper-V Hosts gibt es (mindestens) folgende Ebenen:

  • Hyper-V Hostname
    • Alle geschützten HyperV-Daten
      • Gesicherte VM (z.B. Online\RDS)
DPM_HyperV_restore_1

Auswahl einer kompletten VM zur Wiederherstellung

DPM_HyperV_restore_2

Auswahl einer virtuellen Festplatte einer VM zur Wiederherstellung

Von dem dargestellten Hyper-V Host existieren nur VM-Sicherungen und keine den Hyper-V Host selbst betreffenden Sicherungen (BMR oder sonstige Dateisystemsicherungen).

Befindet man sich in der Ebene Alle geschützten HyperV-Daten, erhält man in der rechten unteren Fensterhälfte die wiederherstellbaren VMs. Markiert man an dieser Stelle eine VM, kann man oben über Kalender und Wiederherstellungszeit die VM wiederherstellen. Befindet man eine Ebene tiefer, also unterhalb einer VM, sieht man die virtuellen Festplatten, welche der VM (zum Zeitpunkt des Sicherungsdatums) zugewiesen waren. Markiert man an dieser Stelle eine virtuelle Festplatte, kann man oben über Kalender und Wiederherstellungszeit die VHD der VM wiederherstellen.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Möglichkeiten liegt also in dem was wiederhergestellt wird. Im ersten Fall wird die VM komplett, also inkl. Konfiguration wiederhergestellt. Im zweiten Fall wird nur die ausgewählte VHD wiederhergestellt. Wählt man die zweite Variante, ist man zwar in der Lage die VM wieder in Betrieb zu nehmen, man hat ja schließlich die Festplatten der VM wiederhergestellt. Doch muss man zuvor die VM selbst auf dem Hyper-V Server erstellen.

Hyper-V VM Wiederherstellungsvarianten

Wiederherstellung einer virtuellen Festplatte

Der Wiederherstellungstyp für die tiefste Ebene, also der Wiederherstellung einer VHD, ist einfach erklärt, weil es hier nur eine einzige Option gibt: In einen Netzwerkordner kopieren.

DPM_HyperV_restore_3

Dieser Wiederherstellungstyp wird sichtbar, wenn man die virtuelle Festplatte markiert, über Kalender und Wiederherstellungszeit die gewünschte Version gewählt und anschließend oben links auf den Button Wiederherstellen geklickt hat und die Begrüßungsseite des Wizard über Next verlassen hat. Als nächstes wird das Wiederherstellungsziel angegeben, welches über den Button Durchsuchen bequem angegeben werden kann. Allerdings muss auf dem Zielhost ein DPM Agent vorhanden sein. Auf der Seite Wiederherstellungsoptionen des Wizard kann man Optionen für Sicherheit (von Zielcomputer übernehmen, oder von Wiederherstellungspunkt), Netzwerk-Bandbreitenbeschränkung und E-Mailbenachrichtigung angeben. Danach kommt nochmals eine Zusammenfassung was DPM tun wird und dann geht es mit der Wiederherstellung auch schon los.

Das war einfach, oder?

Wiederherstellung einer kompletten virtuellen Maschine

Kommen wir nun zu den interessanten Wiederherstellungstypen, die eine Wiederherstellung einer kompletten virutellen Maschine bereit hält, hier gibt es nämlich 4:

DPM_HyperV_restore_4

 

Wiederherstellungstyp In ursprünglicher Instanz wiederherstellen

Der erste Wiederherstellungstyp In ursprünglicher Instanz wiederherstellen leuchtet auf Anhieb ein:
Hier wird die virtuelle Maschine auf dem Hyper-V Server wiederhergestellt, von welchem sie gesichert wurde. Die evtl. noch existierende virtuelle Maschine wird dabei durch die wiederherzustellende Version ersetzt. Mit diesem Wiederherstellungstyp kann man den Wizard mit „Weiter, Weiter, Fertig“ einfach durchklicken und ist fertig.

Wiederherstellungstyp Als virutellen Computer für beliebigen Host wiederherstellen

Der zweite Wiederherstellungstyp Als virutellen Computer für beliebigen Host wiederherstellen ist da schon etwas kniffliger zu verstehen. Hier wird die virtuellen Maschine auf einem beliebigen Hyper-V Server wiederhergestellt. Der Wizard ist hier etwas irritierend, da er als mögliche Ziele alle DPM bekannten PCs und Server anbietet. Die Fehlermeldung kommt erst, wenn man versucht die Sicherung zu starten:

DPM_HyperV_restore_5

 

Hier gilt auch wieder: existiert die virtuelle Maschine ggf. aus einer vorhergehenden Wiederherstellung bereits auf dem Hyper-V Server oder man erwischt den ursprünglichen Hyper-V Server, wird die bestehende Instanz der VM gnadenlos ersetzt. Hier ist also etwas Vorsicht geboten, damit man für seine Testzwecke nicht produktive VMs mit älteren Versionen überschreibt! Nach Abschluss der Wiederherstellung gibt es auf dem als Ziel angegebenen Hyper-V Server die wiederhergestellte VM, in ausgeschaltetem Zustand.

Wiederherstellungstyp In einen Netzwerkordner kopieren

Dieser dritte Wiederherstellungstyp macht dann schlussendlich das was man schon unter Als virtuellen Computer für beliebigen Host wiederherstellen hätte vermuten können: Es werden die Konfiguration und die VHDs der virtuellen Maschine an einem beliebigen Punkt des DPM Universums wiederhergestellt. Aus diesem Ordner kann dann die VM auf einem beliebigen Hyper-V Server importiert werden. Diese Option ist für externe Archivierung nützlich, wenn man z.B. Daten auf externen Medien außerhalb der Firma als Worstcase-Fallback-Rettungsleine lagern will.

Wiederherstellungstyp Auf Band kopieren

Der vierte und letzte Wiederherstellungstyp behandelt in meinen Augen keine wirkliche Wiederherstellung im klassischen Sinn. DPM sichert kurzfristig auf billigen Festplattenspeicher. Hier können schnell und billig sehr große Mengen an Daten gesichert werden. Klassische Bandmedien erreichen diese Geschwindigkeit (und Kapazität) nicht oder nur mit sehr viel finanziellem Aufwand. Über diesen Weg wird also eine Sicherung vom Festplattenspeicher auf an DPM angeschlossene Bandmedien verschoben. Hier wird also aus einer kurzfristigen Sicherung eine längerfristige erstellt. Da ich aber keine Bandmedien zur Verfügung habe, ist diese Möglichkeit bei mir ausgegraut und nicht verfügbar.

In meiner kleinen DPM Artikelserie sind bisher erschienen:

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