Musikalisches Neuland

Meine EBH beschwert sich immer, dass ich immer das selbe und ich nix anderes als Pink Floyd hören würde. Dem muss ich natürlich widersprechen. Neben Pink Floyd höre ich natürlich noch oft und gern The Australian Pink Floyd Show. 🙂 OK, zugegegeben, mein Musikgeschmack ist schon sehr fixiert, wobei ich im letzten Jahr durchaus neues kennengelernt habe. Musikalisch geht es aber doch stark in die gleiche Richtung wie Pink Floyd. So habe ich irgendwann Archive in meiner MP3 Sammlung gefunden und ich wusste nicht mal wo ich das her hatte. Auch Porcupine Tree finde ich klasse. Das aktuelle Album The Incident ist spitze.

In der Zwischenzeit habe ich alle Platten von Archive und ich finde die Musik grandios. Eines meiner Lieblingslieder von Archive ist Londinium vom gleichnamigen Debutalbum. Auf diesem Album und dem Lied im Speziellen spielen Archive mit Pseudosurround Toneffekten, ich nenne es gern liebevoll Phasenschweinereien. Problem dabei ist allerdings, dass man diese Effekte nur über eine gute Stereoanlage hört, und man dabei im sogenannten Stereodreieck sitzt. Die Musik löst sich komplett von den Lautsprechern und nimmt einen mit in eine andere Welt und ich finde es total genial. Londinium ist für mich ein echtes Masterpiece, zumindest was meinen Musikgeschmack angeht.

Aber ich wollte garnicht über Archive schreiben. Um meiner EBH gerecht zu werden, also auch mal für mich neue Musik zu endecken und zu hören, bin ich immer auf der Suche nach neuen Bands, die meinem Musikgeschmack entsprechen. Aber das ist gar nicht so einfach. An Heiligabend habe ich versucht meiner Mutter meinen Musikgeschmack zu erklären. Am besten trifft es noch die Aussage, dass Musik für mich eine Geschichte erzählen muss. Gerne auch über 20 Minuten hinweg. Dabei kommt es bei mir auch weniger auf das Musikgenre an. Und wenn die Musik dann noch ein gutes Schlagzeugspiel dabei hat, dann bin ich glücklich. Wo also solche Musik finden? Und so blöd es sich anhört, so habe ich mich bei Amazon mal auf die „Kunden die Archive Londinium kauften, kauften auch“ Vorschläge gestürzt und bin so bei Gazpacho gelandet.

Eingestiegen in die Welt von Gazpacho bin ich mit dem Album „Night“ und in der Zwischenzeit habe ich mir auch noch „Tick Tock“ geholt. Night hat mich allein schon deshalb gereizt, weil auf dem Album zwei Tracks drauf sind, die mit 17 bzw 13 Minuten erfreulich lange sind. Es war zu vermuten, dass diese Musik eine Geschichte erzählt und so zu meinem Musikgeschmack passt. Und das tut die Musik der Norweger durch aus. Die Musik lässt sich schwer beschreiben, IMHO fließen viele verschiedene Einflüsse in die Musik hinein. So finden sich immer wieder Geigen neben harten Gitarrenriffs, ebenso (für mich) orientalisch klingende Klängteppiche, oder sakrale Gesänge und allerlei Soundkollagen im Hintergrund (von alltäglichen Strassengeräuschen über Vogelgezwitscher bis hin zum tackern eines Metronoms auf Tick Tock). Bei Night erwische ich mich an manchen Stellen, dass ich das Gefühl habe die Musik sei überproduziert und ich vor einer Wall of Sound sitze. Aber das ist nur ganz parziell der Fall und wenn ich es mir genau überlege auch nur im Opener „Dream Of Stone“ der Fall. Auf dem Album Tick Tock habe ich das Gefühl nicht mehr und ich habe auch das Gefühl, dass die Band sich weiter entwickelt hat, als noch auf Night. Beide Alben sind sogenannte Konzeptalben.

Da die Kinder dieses Wochenende außer Haus nächtigen (dank Oma!), habe ich gestern Abend die Gelegenheit genutzt und mir Tick Tock allein auf dem Sofa sitzend deutlich über Zimmerlautstärke zu geben und es war einfach nur klasse!

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