Mal ein Lob für gute Informationspolitik in Erbach

Man soll ja nicht immer nur schimpfen. Und von dem schwäbischen Sprichwort „Ned gschimpfd isch gnuag globd!“ halte ich eigentlich auch nicht sonderlich viel. Daher will ich die Erbacher Stadtverwaltung und deren Bürgerbüro einmal loben.

In den Erbacher Nachrichten (so heißt unser Amtsblättchen hier) Nr. 48 vom 1. Dezember 2011 informiert das Bürgerbüro über das Opt-Out Verfahren für die Weitergabe der persönlichen Daten aus den Melderegistern der Stadt. Die Stadt weist darauf hin, dass die Bürger dieser Weitergabe ihrer Daten widersprechen können. Die Meldeämter dürfen die Meldedaten der Bürger auf Nachfrage u.a. an folgende Institutionen herausgeben:

  • Religionsgemeinschaften
  • Parteien
  • Presse (z.B. zur Veröffentlichung von Altersjubilaren)
  • Adressbuchverlage
  • Direktmarketingfirmen

Auch kann man der automatisierten Weitergabe, z.B. über das Internet, widersprechen.

Die Stadt Erbach bezieht sich in Ihrem Hinweis auf die Veröffentlichung von Altersjubilaren, Religionsgemeinschaften sowie auf die automatisierte Erteilung von Melderegisterauskünften und das Bundesamt für Wehrverwaltung und sagt auch, wie ein entsprechender Widerruf zu erfolgen hat.

Diese Informationspolitik finde ich gut, denn den wenigsten Bürgern ist bewusst, dass die Meldebehörden ohne großes Nachfragen die persönlichen Daten ihrer Bürger herausgeben. Oft verlangen die Ämter hierfür sogar noch Geld, verdienen also mit den persönlichen Daten der Bürger Geld. Und wer hat sich nicht schon mal gewundert, woher bestimmt Post mit Werbung auf einmal herkommt, oder warum man von Parteien vor Wahlen auf einmal Post bekommt, die eben keine Postwurfsendung ist. Der Abruf der Daten kann nämlich durchaus gesteuert werden, so können Parteien beispielsweise Adressen von Bürgern anfragen, die z.B. mindestens 60 Jahre alt sind und katholisch sind um dann Zielgruppen gerecht Werbung für die eigene Sache zu machen. Das ist aber nur ein Beispiel von vielen.

Wer also der Weitergabe seiner persönlichen Daten widersprechen will, sollte der Meldebehörde seines Wohnortes einen Besuch abstatten. Sehr wahrscheinlich haben die Mitarbeiter hierfür bereits ein vorgefertigtes Formular. Ansonsten kann man gerne dieses Formular für den Widerspruch verwenden.

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