Sport ist Mord – dache ich immer

Letzten Freitag habe ich etwas verrücktes getan. Ich bin mit einem klaren Ziel vor Augen in die Stadt gefahren und habe eine Filiale von Runnerspoint, die in Ulm Run² heißt, angesteuert, mit dem Ziel mir Laufschuhe zu kaufen. Spinne ich eigentlich? Sport? ICH? Undenkbar – bisher.

Nachdem mein erster Versuch mir Laufschuhe zu kaufen an den deutschen Ladenöffnungszeiten scheiterte (Montag vergangener Woche stand ich um 19:01 Uhr vor verschlossener Tür), sollte es diesmal klappen. Zu Runnerspoint hatte ich mir ausgesucht, weil ich positives über deren Beratungsangebot gehört hatte. Und so war es dann auch. Der motivierte Verkäufer verfrachtete mich dann auch sogleich auf das Laufband um mein Abrollverhalten per Videoanalyse beurteilen zu können. Wie die allermeisten neige ich dazu beim laufen nach innen einzuknicken, benötige also keine neutralen sondern stabilisierende Schuhe.

Nachdem mir all das erklärt wurde, verschwand der Verkäufer im Lager und suchte Schuhe aus. In der Zwischenzeit versuchte ich mich von den Strapazen auf dem Laufband zu erholen. Es war warm und ich schwitzte wie ein Schwein. Aus dem Lager mitgebracht hatte der gute Mann 2 verschiedene Paar Laufschuhe und spezielle Laufsocken, welche sich trotz Polyhastenichtgesehen Fasern erstaunlich gut anfühlten. Beide Schuhe durfte ich anprobieren und dann gings vor den Laden auf die Straße und ich sollte ein paar Meter darin laufen um ein Gespür für die Schuhe zu bekommen. Ich kam mir zwar selten doof vor, weil ich mir die Schuhe nicht wirklich beurteilen kann, aber lief ich einmal die Straße auf und ab. Beide Paar Schuhe habe ich dann auch noch mit speziellen Sporteinlegesohlen testen können.

Nach all dem erklärten und Probelaufen habe ich mich für ein Paar Laufschuhe von Brooks entschieden. Von der Marke hatte ich noch nie was gehört, ist aber lt. Aussage des Verkäufers nach Asics der 2. auf dem Markt der Laufschuhe. Die Laufsocken und die Einlagen, die mir der Verkäufer natürlich auch gleich mitverkaufen wollte, habe ich erstmal dankend abgelehnt. Alles in allem war die Beratung, wenn ich das überhaupt richtig beurteilen kann, mehr als in Ordnung. Man hat sich wirklich Zeit genommen, Fragen beantwortet und ich habe mich gut aufgehoben gefühlt. Ich in dann Freitag Abend natürlich eine kleine Runde durch Erbach gelaufen. Die gewählte Route über den Schloßberg war dabei vielleicht nicht ganz clever gewählt, aber egal.

Seither hat mich eine seltsame Art von Ehrgeiz gepackt. Ich versuche auf meine allabendliche Ration Süßkram zu verzichten, esse stattdessen Naturjoghurt mit Obst. Habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir einen LKW in der Mittagspause zum essen hole (heute) und war doch in der Zwischenzeit sage und schreibe drei weitere Male beim Laufen. Was mich aber irgendwo am allermeisten schockiert: Ich freue mich tagsüber darauf am Abend eine runde Laufen zu gehen. Krank.

Gestern bin ich das erste Mal mit Pulsuhr gelaufen. Naja, Fit ist ganz bestimmt was anderes. Aber immerhin bilde ich mir ein, dass sich bereits dahingehend eine Besserung eingestellt hat, als dass mir das Laufen als solches bereits etwas leichter fällt. Auch wenn ich natürlich als blutiger Anfänger noch nicht an dauerhaftes Laufen denken kann. So halte ich mich doch einigermaßen daran, 1 Minute Laufen, 2 Minuten zügig gehen, 1 Minute Laufen, 2 Minuten zügig gehen… Man soll ja schließlich nicht gleich übertreiben.

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Ein Kommentar zu “Sport ist Mord – dache ich immer
  1. carsten sagt:

    Kommentar geht jetzt wieder.

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