Strassenbahnausbau in Ulm/Neu-Ulm (2)

In Ulm werden derzeit die Weichen für den Ausbau des Straßenbahnnetzes gestellt. Vergangenen Mittwoch hat der Ulmer Stadtrat ebendas beschlossen. Einzig von Jessica Kulitz und Barbara Münch, beide aus der CDU Stadtratsfraktion, meldeten Bedenken zum Ausbau an. Man befürchte eine Kostenexplosion. Interessant erscheint diese Aussage gerade von Frau Kulitz, da sich sowohl ihr Vater (Präsident der IHK Ulm), Evely Kulitz als Vorsitzende des Regionalkreises der „Jungen Unternehmer“ und sie selbst sich eindeutig Pro Stuttgart 21 positioniert haben. Dabei ignoriert sie u.a. genau das Argument der Kosten von Stuttgart 21 in der Diskussion um den Tiefbahnhof.

Auch lustig heute in der Südwest Presse zu lesen:

Gerhard Bühler (FWG) mahnt als Lehre aus dem einst gescheiterten Fünf-Linien-Konzept die Bürgerbeteiligung an, ebenso wie Erik Wischmann (FDP). Dieser geht sogar davon aus, „dass wir ein Stuttgart 21 im Kleinen durchexerzieren“. Vor allem, wenn es zu Kostensteigerungen käme. Die Stadträte müssten klar hinter dem Projekt stehen: „Einen Volksentscheid will keiner.“

Im Land ist Frau Kulitz also das Geld egal. Dort wo sie aber selbst im Stadtrat sitzt kehrt sie den sparsamen Schwaben aus sich heraus. Das entspricht nicht so ganz meinem Verständnis von Politik.

Neu-Ulm hat übrigens ebenfalls am Mittwoch in einer Sitzung den Ausbau des Strassenbahnnetzes bis nach Ludwigsfeld erwartungsgemäß auf Eis gelegt, da die Wirtschaftlichkeit in allen Varianten nicht ausreicht um Fördergelder von Bund und Land zu erhalten. Warum eigentlich nicht? Wie ließe sich das ändern? Liegt es an zu wenigen Fahrgästen? Hierüber schweigt die Berichterstattung leider.

Veröffentlicht in Politik Getagged mit: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*