Abgeordnetenwatch zur Landtagswahl in BaWü – Ein Fazit

Über Abgeordnetenwatch.de können interessierte Bürger ihren Politikern auf Bundes- und Landesebene fragen stellen. Im Vorfeld von Landtagswahlen können auch Bewerbern Fragen gestellt werden. Allen Landtagskandidaten stellt Abgeordnetenwatch.de ein kostenloses Basisprofil zur Verfügung. Darin können neben den persönlichen Daten (Name, Adresse, Beruf E-Mail Adresse, usw.) keine weiteren Informationen wie ein Foto von sich, Termine, Links o.ä. hinterlegt werden. Durch eine Spende war es mir möglich das sogenannte erweiterte Profil nutzen zu können.

Die Profile selbst wurden am 28. Februar freigeschaltet, also von jedermann aufgerufen werden. Seither habe ich insgesamt 3 Fragen bekommen, zwei Mal Stuttgart 21 und eine Frage eines Schülers zum Thema Jugendarbeit. Und natürlich habe ich jede Frage beantwortet, wenn auch nicht immer so zeitnah, wie ich es mir selbst gewünscht hätte. Damit habe ich zusammen mit Simon Beißwenger von Die Violetten mit jeweils 3 Fragen die meisten Fragen im Wahlkreis Ulm erhalten.

Frau Dr. Monika Stolz (CDU), jetzt Oppositionspolitikerin, bekam zwar insgesamt auch 3 Fragen gestellt, hielt es aber nicht für nötig dem Stimmvieh Wähler zu antworten. Frank Berger von der FDP scheint die Meinung des Wählers auch egal zu sein, er verteilt lieber Freigetränke unter Erstwählern als Fragen (OK, es war nur eine) zu beantworten. Martin Rivoir (SPD) beantwortete immerhin noch eine von 2 Fragen.

Aber darauf wollte ich jetzt garnicht hinaus. Sowohl auf meiner privaten Webseite, als auch auf der Webseite der Piraten in Ulm, hatte ich rechts oben auf mein Abgeordnetenwatch Profil verlinkt. Auf beiden Seiten setze ich einen Tracker (Piwik, nicht Google Analytics) ein, um das Surfverhalten auf den Webseiten etwas im Blick zu haben. Auf meiner Webseite gab es allerdings insgesamt nur 28 Klicks auf mein Abgeordnetenwatch Profil. Lustigerweise jeweils 14 im Februar und März.

Von der Webseite der Piraten Ulm kamen immerhin 25 Klicks auf mein Profil zusammen:

Die Profilerweiterung kostet um die 140 EUR, da die Landtagskandidaten der Piraten hier eine Sammelbestellung organisiert hatten, könnte der Preis auf etwas über 100 EUR gedrückt werden.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Hat sich der finanzielle Mehraufwand hier gelohnt? In meinen Augen Nein, zumal die Profilerweiterung in diesem Wahlkampf von den Kandidaten selbst getragen wurde. Ich glaube nicht, dass ein Foto jetzt so viel mehr Anreiz schafft einem Kandidaten eine Frage zu stellen, siehe Die Violetten im Wahlkreis Ulm. Ich denke, die Bürger die Fragen wollen, fragen auch wirklich und lassen sich nicht durch ein Foto irritieren.

Die Idee hinter Abgeordnetenwatch.de muss ich als Pirat gut finden (Transparenz!) und tue dies auch mit voller Überzeugung. Dagegen finde ich es schade, dass in Ulm das Angebot von Abgeordnetenwatch wohl keine wirkliche Bedeutung hatte. Hier würde ich mir mehr Beteiligung seitens der Bürger wünschen. Aber hier schlägt wahrscheinlich die Politikverdrossenheit zu. Wenn auch mich die deutlich höhere Wahlbeteiligung positiv überrascht hat. Ich hatte mit einer wesentlich schlechtere Beteiligung gerechnet.

Schade in dem Zusammenhang auch, dass die Leute sich erst am Wahltag bzw. nach der Wahl auf meiner Webseite über mich informiert haben:

Kleine Insiderinfo am Rande. Hier die Angaben der Piraten-BundesIT über die Zugriffszahlen auf die Webseiten des Landesverbandes Baden-Württemberg von vergangenem Samstag/Sonntag:

Update 21:17 Uhr:

Die Links auf Abgeordnetenwatch zeigen nicht mehr dahin wo sie ursprünglich sollten. Abgeordnetenwatch scheint die Landtagswahl aktuell ins Archiv zu verschieben. Mal sehen ob man in absehbarer Zeit nutzbare Links setzen kann. Jedenfalls sorry hierfür.

Veröffentlicht in Landtagswahl 2011, Piratiges, Politik Getagged mit: ,
3 Kommentare zu “Abgeordnetenwatch zur Landtagswahl in BaWü – Ein Fazit
  1. Roland Sirtl sagt:

    Hallo,

    der Link ist „Schrott“!

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