One Shot Not – Es geht weiter!

Hurra, die Wartezeit hat ein Ende. Am Sonntag um 23:40 Uhr startet die nächste Staffel von One Shot Not auf Arte:

Leute programmiert Eure AVRs und genießt die Sendung einfach. Ich freu‘ mich, Hurra!

Manchmal lohnt es sich eben doch in seinen Facebookaccount zu gucken und die entsprechende Ankündigung zu sehen! Hier noch der offizielle Ankündigungstext von arte aus dem Programmkalender:

Im Januar startet die vierte Staffel von „One Shot Not“ am späten Sonntagabend. Wöchentlich alternierend mit den neuen Ausgaben der vierten Staffel gibt es in „OSN Remix“ außerdem eine bunte Auswahl der besten Shows der letzten Jahre. In dieser Sendung mit dabei: Suzanne Vega, Ben Sidran, Anna Calvi und The Jolly Boys.

„One Shot Not“ ist wieder da! Jede Woche am späten Sonntagabend präsentieren Manu Katché und Alice Tumler eine ausgelassene Mischung aus Pop, Rock, Blues und Jazz mit Stars und Entdeckungen der Independentszene.
Ein weiteres Jahr mit Livemusik, Begegnungen und Jamsession, mit angesagten Künstlern und Nachwuchsmusikern, von denen man bald hören wird. In „One Shot Not“ tritt kein Künstler zu „Werbezwecken“ auf. Mit Manu Katché an den Drums geht es immer und vor allem um die Musik. Und mit Alice Tumler im Backstagebereich um interessante Interviews.
Neu ist 2011 der „One Shot Not Remix“: Alternierend mit neuen Ausgaben von „One Shot Not“ bringt jeder Remix eine Auswahl aus den Shows der letzten vier Jahre, gespickt mit Erinnerungen und Anekdoten von Manu Katché und Alice Tumler. Eine schöne Gelegenheit, die ausgefallenen musikalischen Highlights der Sendung noch einmal zu erleben.

Suzanne Vega: Anmut und Gelassenheit ebenso wie Impulsivität: Drei Eigenschaften, die sowohl Suzanne Vegas Persönlichkeit als auch ihre Musik treffend beschreiben. Genau wie ihre Unaufdringlichkeit. Als die in New York aufgewachsene Kalifornierin Mitte der 80er Jahre ihre ersten Auftritte hatte, befand sich Big Apple inmitten einer „Bigger is better“-Phase. Alles musste bombastisch, grandios sein. Doch Suzanne Vegas Titel sind eher introspektiv wie die Protestsongs der Folk-Songwriter der 60er und 70er, an denen sich Vega zumindest am Anfang ihrer Karriere direkt orientierte.
1987 brachte „Luka“ den Durchbruch. Die Sängerin sprach darin aus der Perspektive des misshandelten Nachbarjungen aus dem zweiten Stock. Doch Suzanne liebt Experimente und Begegnungen. So zögerte sie zum Beispiel nicht, ihre feinsinnige Musik mit Dance-Beats, Industrial Noise oder experimentellen Klängen zu versetzen. Mit dem begnadeten Soundkünstler John Cale spielte sie Songs von Leonard Cohen neu ein. Ihr Leben war stets auch in ihrer Musik präsent. In diesem Jahr scheint sie mit ihrem jüngsten Album, das den äußerst passenden Titel „Close-Up“ trägt, zu einer gewissen akustischen Schlichtheit zurückgefunden zu haben.
Ben Sidran: Um die Karriere von Ben Sidran zu resümieren, gibt es gar nicht genug Superlative. Dem breiten Publikum ist der 68-jährige Amerikaner vor allem als Mitglied der Steve Miller Band bekannt. Doch Sidran ist auf vielen Gebieten bewandert, unter anderem ist er Jazzpianist und -sänger, Komponist, Musikwissenschaftler, Journalist, Radio- und Fernsehproduzent. Er gehört zu jenen Intellektuellen und Kunsttheoretikern, die das Bedürfnis haben, ihre Theorien in die Praxis umzusetzen und Erlebtes theoretisch zu verarbeiten. Doch wissenschaftliche Trockenheit ist dem Musiker fremd, denn Humor ist fester Bestandteil seiner Arbeit. Dass er ausgerechnet an der Universität von Sussex Geschichte, Soziologie und Philosophie – in letzterem promovierte er – lehrt, erklärte er bisher mit verschiedenen Gründen. Doch schließlich gestand er letztes Jahr in einem Interview für das Magazin „Rolling Stone“, es habe ihn nach Sussex gezogen, weil auch Mose Alison und Bob Dylan dort studiert hätten. Um eine Bewunderungsstarre zu vermeiden, sollen an dieser Stelle nicht alle Künstler genannt werden, mit denen Sidran unter Einsatz seiner zahlreichen Talente gearbeitet hat. Die Liste reicht von Miles Davis bis Dizzy Gillespie, von den Stones bis Clapton, von Diana Ross bis Manhattan Transfer. Doch er schätzt auch Bob Dylan und den Dichter García Lorca. Heißen wir „diesen in unserer Zeit gelandeten Renaissance-Menschen“ willkommen!
Anna Calvi: Man muss nicht zum x-ten Mal wiederholen, dass es sich bei Anna Calvi um die designierte Nachfolgerin von PJ Harvey und Jeff Buckley handelt. Seit frühester Kindheit scheint die italienischstämmige Londonerin mit einer besonderen musischen Begabung gesegnet zu sein. Die Londoner Künstlerelite hat sie bereits in ihre Kreise aufgenommen. Von dieser außergewöhnlichen Bühnenkünstlerin heißt es, selbst wenn man sie ganz allein nur in Begleitung ihrer Stratocaster im Aufnahmestudio einschließe, komme garantiert ein atmosphärisches Album dabei heraus. Gerade erst hat das renommierte Label Domino sie unter Vertrag genommen. Es wird Zeit, dass die ganze Welt Calvis unglaublich vielseitige Stimme entdeckt: mal sanft zurückgezogen, mal voll unmittelbarer hypnotischer Power. So leidenschaftlich und mysteriös ist sie auch in Frankie Laines Coverversion des Songs „Jezebel“ zu hören, der durch Edith Piafs Interpretation in den 50er Jahren Kultstatus erlangte. Bei einem ihrer Konzerte, zu denen sich immer die Künstler-Schickeria Londons einstellt, hinterließ sie gewaltigen Eindruck bei keinem Geringeren als Brian Eno. Er lobte sie in den höchsten Tönen und gestand ihr, er hätte seit Patti Smith kein derartiges Stimmwunder mehr erlebt.
The Jolly Boys: Wurde der Mento häufig mit dem Calypso verwechselt, so liegt dies vermutlich an unserer westlichen Wahrnehmung. Denn für uns genügt Exotik meist sich selbst, ersetzt doch nichts die Vorstellung eines Sonnenuntergangs an einem weißen Sandstrand bei aus der Ferne ertönenden Gitarrenklängen.
Beim Mento handelt es sich aber um das folkloristische, ländliche Kulturerbe Jamaikas. Er bringt Banjo, Gitarre, Flöte, Maracas und Lamellophon zum Einsatz. Als Meister des Mento gelten seit fast 70 Jahren die Jolly Boys. Die Band formierte sich Ende der 40er Jahre und fand in dem Schauspieler Eroll Flynn, auf dessen Partys sie regelmäßig spielte, einen namhaften Botschafter. Ihre Alben hatten allerdings erst Ende der 70er Jahre Erfolg, als dem Reggae, einer weiterer Musikform jamaikanischen Ursprungs, die der Mento stark geprägt hatte, der Durchbruch gelang. Die Jolly Boys bestehen trotz wechselnder Besetzung über all die Jahrzehnte fort (einige Mitglieder starben, neue kamen hinzu). Im vergangenen Jahr beschloss der Produzent Jon Baker, frischen Wind in den Mento zu bringen. Dazu schloss er sich mit Mark Jones, einer Größe der britischen Elektro-Szene und dessen Label „Wall Of Sound“ zusammen. Das Ergebnis ist ein geniales Album, auf dem sowohl traditionelle jamaikanische Rhythmen als auch im Mento-Stil neuinterpretierte Klassiker von Iggy Pop, The Doors, Lou Reed und Amy Winehouse zu hören sind.

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