Hallo 2011!

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, der Rutsch ins neue Jahr ist vollzogen und ich hoffe ihr seid genauso entspannt und unaufgeregt ins neue Jahr gekommen wie ich. Ich habe mich nach Weihnachten mit einem HTC Desire beschenkt, da ich von der Firma nach meinem geklauten Hero bis heute keinen adequaten Ersatz erhalten habe. Und wenn man einmal ein echte Smartphone, also irgendwas mit Android oder iOS hatte, kommt mit einem Nokia E65 irgendwie so gar nicht mehr klar. Endlich wieder spielen und die EBH damit auf die Palme bringen.

Und was gibt es sonst noch aufregendes? Bei den Piraten brennen gerade mal wieder zwei Themen, bei welchem wieder jede Menge aus allen möglichen Ecken gesagt wird (ich ja auch): Liquid Feedback und Bodo Thiesen. Ansonsten gab es diese Woche schon ein ernüchterndes Erlebnis mit der Presse.

Das Tool ist tot, lang lebe das Tool!

Liquid Feedback deshalb, weil die Entwickler des Tools in einem offenen Brief dahingehen hinwerfen, als dass sie keine Entwicklungsarbeit mehr für die Partei in Liquid Feedback investieren werden. Das Tool soll aber außerhalb der Partei weiterentwickelt werden. Auch wenn ich eher zu den Kritikern von Liquid Feedback gehöre, kann ich Teilaspekte aus dem offenen Brief durchaus nachvollziehen, die in meinem Augen aber nur indirekt mit dem Tool als solches etwas zu tun haben. Es geht um das leidige Thema stimmberechtigte Mitglieder. Meine Meinung ist hier ganz klar, die, die auch in unserer Satzung, genauer der Finanzordnung festgelegt ist:

§ 3 – Verzug und Mahnung

[…]

(3) Befindet sich ein Mitglied trotz 3-facher Mahnung jeweils im Abstand von wenigstens 14 Tagen und einer jeweils angemessenen Fristsetzung weiterhin im Verzug, so ist dies als Austrittserklärung zu werten und die Mitgliedschaft aufzulösen.

Dieser Punkt ist in meinen Augen essentiell und ich bin froh, dass wir im Landesverband BW hier einmütig der gleichen Meinung sind. In anderen, durchaus Mitgliedsstarken Landesverbänden sieht das aber durchaus anders aus. Aber darum geht es aber hier nicht weiters.

Auch, »dass der Bundesvorstand das System nicht auf angemessene Weise installiert hat« stimme ich zu, interpretiere diesen Satz aber anders als die Entwickler. Durch die These „alle Piraten sind Politiker“ und die daraus Resultierenden Datenschutz– und Nutzungsbedingungen und das im Anschluss folgende Hickhack um Liquid Feedback lassen mich zu obigem Satz kommen. Gerade weil wir für Datenschutz, Datensparsamkeit und Persönlichkeitsrechte stehen, warum sollen wir das intern über Board werfen und uns intern derart nackig machen? Ich für meinen Teil habe mir eine zweite Identität aufgebaut, inkl. Facebook, Twitter, Googlemail Account. Da ich mich eben nicht nackig machen will, auch wenn ich derzeit ein Vorstandsamt im Landesvorstand Baden-Württemberg inne habe!

Und wie es so kommt, habe ich über Twitter den Link zum Video von Justus BasDeM Vortrag auf dem Nordbaden-Treffen im November 2010 zwischen die Finger bekommen. Den anderthalbstündigen Vortrag habe ich mir gestern auf meinem Desire (sic!) angesehen und finde das Tool einen interessanten Ansatz. Mit gefällt der, wie Justus es nennt, Qualitative Ansatz, wohin gegen LQFB den quantitative Ansatz verfolgt. Justus ursprüngliches Ziel war es, BasDeM direkt bundesweit zu implementieren. Ich bin mir nicht sicher, ob das zielführend ist. Ich denke eher, dass man das in einem LV mal ausprobieren sollte. Gerne auch im hiesigen Landesverband, dem Justus ja auch angehört.

Der König ist tot, lang lebe der König!

Im Vorfeld des Bundesparteitags und während des Parteitags selbst wurden wieder mal weitere Kapitel der Causa Thiesen hinzugefügt. Als Reaktion darauf hat Wolfgang Dudda bereits in der letzten regulären Bundesvorstandssitzung 2010 am 16. Dezember angekündigt:

Wolfgang: Das ist unerträglich. Gerade im Hintergrund der letzten Äußerungen. Ich teile mit, dass ich nach der Abarbeitung aller heute übernommenen Tätigkeiten, meine Aufgaben ruhen lassen werde.

Heute hat Wolfgang nun seine Ankündigung in seinem Blog nochmals weiter ausgeführt. Auch wenn ich die Intention von Wolfgang verstehe, so habe ich doch kein Verständnis für sein handeln, da er wohl, entgegen seiner Ankündigung, nun wohl lediglich den Bundesvorstandssitzungen fern bleiben will, seinen Aufgaben laut Geschäftsordnung des Bundesvorstandes aber weiterhin nachkommen will (letzter Absatz im Blogpost).

Was mich aber hier gravierend stört ist die Tatsache, dass die Aussage aus der Vorstandssitzung und der letztendlichen Umsetzung doch ein gewisser Unterschied ist. Abarbeiten der übernommenen Tätigkeiten und Aufgaben ruhen lassen sind was anderes als schlicht den BuVo Sitzungen fern zu bleiben. Das ist Kinderkacke, um es mal polemisch auszudrücken. Nachdem Wolfgang in einem weiteren Blogpost heute das Amt des Basispiraten anstrebt, vulgo kein Vorstandsamt mehr bekleiden will. Über Twitter hat er schon häufiger davon geschrieben. Ein Rücktritt wäre hier konsequenter und ehrlicher gewesen, als diese Pseudo-Drohkulisse des BuVo Sitzungen fern bleibens.

Enttäuschung der Woche

Das war für mich der gestrige Termin in der Lokalredaktion der Südwest Presse zwecks Kandidatenvorstellung zur Landtagswahl. Der Termin hat mir deutlich gezeigt, dass wir (in diesem Fall ich) blutige Anfänger in Bezug auf Medien sind. Nahezu alle Fragen drehten sich darum, warum der Bürger uns wählen sollte. Punkte aus unserem Wahlprogramm tat der Redakteur damit ab, das es das von den anderen Parteien auch hört, interessiert ihn also nicht. Naja, noch viel zu lernen es gibt junger (?) Padavan. Immerhin haben wir Tipps für den Umgang mit Medien erhalten. Ist ja auch was wert.

Ansonsten solltet Ihr Euch noch den Kommentar des ZDF- Chefredakteur Peter Frey im gestrigen heute-journal zum Thema Ungarn und die Medienfreiheit ansehen: klick

In diesem Sinne: Hallo 2011!

Veröffentlicht in Piratiges, Politik, Unmut des Tages Getagged mit: , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*