Erbach und Stuttgart 21

Mit großer Erleichterung habe ich heute in der Südwest Presse gelesen, dass der Erbacher Gemeinderat wider Erwarten eine sehr vernünftige Position gegenüber dem Großprojekt Stuttgart 21 bzw. der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm eingenommen hat:

„Der Gemeinderat der Stadt Erbach spricht sich für den zügigen Bau der Schnellbahntrasse Ulm-Stuttgart aus.“ (…) Dabei halten sich die Erbacher bewusst aus der Diskussion um Stuttgart 21 heraus. Sie sprechen lediglich von „allen nötigen Umbaumaßnahmen im Bereich des Stuttgarter Hauptbahnhofs“. Gemeint seien ausschließlich für die Trasse notwendige Arbeiten, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister Constantin von Ulm-Erbach (CDU). (…) „Stuttgart 21 selbst ist Sache der Stuttgarter. Zudem fehlen uns dafür die notwendigen Sachkenntnisse“, sagte von Ulm-Erbach weiter.

Hier sage ich nur: Bravo und meinen herzlichen Dank! Und das ist sehr ernst gemeint.

Warum nun aber wider Erwarten?

Dies liegt relativ einfach darin begründet, weil es in Ulm und der Region glühende Verfechter von Stuttgart 21 gibt, welche die Umsetzung der Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofes untrennbar mit der Neubaustrecke Ulm Wendlingen verbinden und dabei gerne vergessen, dass für die Neubaustrecke derzeit das Planfeststellungsverfahren noch nicht komplett abgeschlossen ist. Besonders hervor tun sich hier der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner und die IHK Ulm(hier und hier auf die Schnelle), die mal wieder meint sie müsste Politik machen indem sie für alle (Zwangs)Mitglieder spricht. Mir sind aber durchaus auch Stimmen von Mitgliedern bekannt, denen die politische Positionierung der IHK in dieser Sache mehr als nur missfällt. Vielen mit denen man in der Region über das Thema spricht, laufen völlig unreflektiert den Aussagen der „großen Politik“ hinter, und so manchen Kandidat für die Erbacher Bürgermeisterwahl, die am Sonntag nun endgültig entschieden wird, schließe ich hier ein.

Daher nochmals danke für die besonnene Reaktion des Erbacher Gemeinderates. Weiters bleibt festzustellen, dass bei den meisten S21 Gegnern in der Region die Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofs, nicht aber die Neubaustrecke an sich den Protest auslöst.

P.S.: Auf der Suche nach Quellen, außer dem verlinkten SWP Artikel, ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Stadt Erbach es in letzter Zeit nicht mehr sonderlich mit der Transparenz hat. Die letzten Protokolle sind durch die Bank weg, egal ob Gemeinderat, Verwaltungsausschuss oder dem technischen Ausschuss aus dem April – Juli diesen Jahres? Tagten die Gremien in der Zwischenzeit wirklich nicht, oder ist schlicht versäumt worden die Protokolle zu veröffentlichen?

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Ein Kommentar zu “Erbach und Stuttgart 21
  1. Pascal sagt:

    Erbach wird mir immer sympathischer.

2 Pings/Trackbacks für "Erbach und Stuttgart 21"
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