Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg und was ein Bundesvorstand davon hält

Die TAZ hat der Piratenpartei mal wieder einen Artikel gewidmet und mal wieder mit eher negativem Beigeschmack. So wird im ersten Absatz auf das schlechte Abschneiden (1,5 %)  bei der Landtagswahl in NRW hingewiesen. OK, das ist ein Fakt, damit kann ich leben. Weiters wird auf die Vorstandwahl in Bingen eingegangen, bei der, welch Katastrophe, keine Frau in den Vorstand gewählt wurde und wir somit als unfortschrittlich abgetan werden.

Viel schlimmer sind allerdings die Aussagen des Bundesvorstandsmitglieds Christopher Lauer über die nächstes Jahr anstehenden Landtagswahlen. In Berlin werden nächstes Jahr im Herbst Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlungen gewählt und hier sieht Christopher Lauer die Piraten wie selbstverständlich in Bezirken wie Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg in die Bezirksparlamente einziehen. Warum? Weil es in den Berliner Bezirken „nur“ die 3% Hürde gibt.  Ganz selbstverständlich sieht man dort die 5 % als durchaus realistisch an. Bis hierhin alles in Ordnung, und ich gehe mit dem gezeigten Selbstbewußtsein d`accord!

Aber warum zur Hölle äußert sich Christopher Lauer negativ über die Landtagswahlen in Baden-Württemberg (Quelle ist oben verlinkter TAZ Artikel):

Davor wird im März in Baden-Württemberg der Landtag gewählt. Mehr als Achtungserfolge in manchen Wahlkreisen erwartet Lauer dort allerdings nicht. Der Südwesten ist als ländlich geprägtes Flächenland ein schwieriges Terrain für Piraten.

Hier brauchen wir sicherlich keine Bundesvorstände, die schon von vornherein die Chacen in Grund und Boden reden. Warum hat er Anfang dieser Woche erst noch eine E-Mail an den Landesvorstand geschrieben, in dem er anbietet einen Bus voller Berliner nach BW zu entsenden, um im Wahlkampf, bzw. beim Sammeln der Unterstützerunterschriften zu helfen um uns im nächsten Schritt mal einen richtig dicken Brocken zwischen die Beine zu werfen? Neben vielen anderen Kleinigkeiten könnte man den Eindruck bekommen, dass Berlin die Elite der Partei darstellt und der Rest nur ein unnötiges Anhängsel darstellt.

Mir als Kandidat für den Wahlkreis Ulm bliebt hier wirklich einigermaßen die Spucke weg. Ich kenne eigentlich keinen Bewerber für einen Wahlkreis in Baden-Württemberg, der sich nicht den Arsch aufreißen würde im ersten Schritt die nötigen Unterstützerunterschriften zu sammeln um dann im zweiten Schritt einen guten Wahlkampf machen zu können. Durch das spezielle Wahlverfahren in Baden-Würtemberg (es gibt keine Landeslisten, es ist defacto eine Personenwahl im Wahlkreis und damit hat jeder Wähler nur eine Stimme) sind die Piraten nur dann im Wahlkreis wählbar, wenn eben jene 150 Unterstützerunterschriften im Wahlkreis zusammenkommen.

Als fast schon logische Konsequenz hat Jochen vom Stammtisch Ulm eine entsprechende Liquid Feedback Initiative gestartet. Über all dem Groll über Christopher hat mir diese Initiative den Tag gerettet.

Um es nochmal klar zu sagen: Christopher, das war ein großer #Fail! Es hinterher zu Bedauern (wie auf der Baden-Württemberger Mailingliste zu lesen war) hilft hier nicht. Hier gilt ganz einfach: erst nachdenken, dann sprechen.

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Ein Kommentar zu “Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg und was ein Bundesvorstand davon hält
  1. alx sagt:

    Ok, also quasi nur Direktkandidaten, wenn ich das richtig verstanden habe. Gibt es einen Wahlkreis, in dem der Kandidat eine Chance hat, die Mehrheit zu bekommen?

    Weil, alles andere, auch 6-10%, wären Achtungserfolge. Oder?

    Also, in wie vielen Wahlkreisen haben wir eine Chance? Wo sollen wir hinfahren und Wahlkampf machen?

1 Pings/Trackbacks für "Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg und was ein Bundesvorstand davon hält"
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