Achim Gaus in Bach

Nachdem Achim Gaus nicht ganz soo viele Termine anbietet ihn kennen zu lernen wie andere Kandidaten das tun, habe ich heute spontan den Entschuß gefasst seine Wahlkampfveranstaltung in Bach zu besuchen. Also flugs die Kinder im Eiltempo ins Bett gebracht (zum Glück sind sie gestern später ins Bett, was heute die perfekte Ausrede lieferte heute früher in Bett zu müssen :D) und dann ab nach Bach in den Gasthof Adler.

Pünktlich um 19:57 Uhr betrat ich die Gaststube und dachte erst ich wäre falsch. Mich guckten ungefähr 60 Augenpaare verwundert an als wollten sie sagen, was will den die Jugend hier? Nein, schlimm war es dann doch nicht, es ergaben sich noch nette Gespräche mit den Tischnachbarn. Da alle Plätze belegt waren, bot mir Achim Gaus, der mich direkt persönlich begrüßte, den Platz neben seiner Frau an.

Nach der Vorstellung seines Werdegangs stellte er in fünf Punkten seine Ideen oder Programm vor. Auf die nächste Veranstaltung nehme ich definitiv entweder etwas zu schreiben mit, oder gleich das Noti, wobei ich gar nicht wissen will, wie die Bacher geguckt hätten, hätte ich Piraten typisch mein Noti ausgepackt. So habe ich mühselig ein paar Notizen mit dem Handy gemacht, weshalb ich jetzt nicht mehr alles so wirklich zusammen bekomme. Hängen geblieben ist aber, dass er die Einrichtung der Ortschaftsräte und Ortsvorsteher als eine Institution ansieht, welche er erhalten will und nicht zentralisieren will.

Während seines Vortrags ließ er aber ein paar interessante Zahlen fallen. So stellt Erbach seinen Teilorten pro Jahr ein Budget von 400 € für die Jugendarbeit zur Verfügung und er gab auch unumwunden zu, dass man damit natürlich keine Bäume ausreißen kann. Im Bezug auf die Jugendarbeit vertrat er die Meinung, dass evtl. vorhandene Hütten oder Bauwagen (als Treffs für die Jugend hier) nicht in Konkurrenz zu den örtlichen Vereinen stehen, da diese eben nicht den Musikverein ersetzen, sondern mehr dem geselligen Beisammensein hinterher dienlich wären. Den letzten Bauwagen gab es in Bach aber lt. Aussage der Anwesenden vor 15 Jahren.

Betont hat er mehrmals die gute finanzielle Situation Erbachs und wiederholte die schon am Freitag gehörte Pro-Kopf-Verschuldung (100 €/Einwohner im Gegensatz zu 400€/Einwohner im Durchschnitt) in Erbach. Sein Ziel hier sei es, diesen Wert mindestens zu halten, wenn nicht sogar weiter leicht zu senken. Hier muss ich sagen, dass mir genau dies ein sehr wichtiger Punkt ist. Obwohl ich von Finanzen keine Ahnung habe, denke ich doch, dass eine Kommune mit einem gesunden und mehr oder weniger ausgeglichenem Haushalt mehr Handlungsspielraum hat, als eine Kommune der das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht.

Mittlerweile waren wir schon in der allgemeinen Diskussionsrunde angekommen. Ein heißes Eisen für Bach ist das Thema ÖPNV und Breitbandanbindung. Die Anbindung Bachs an die sogenannte Kernstadt lässt nach einhelliger Meinung der Anwesenden stark zu wünschen übrig. Für Schüler wäre das noch das kleiner Problem (zu Schulzeiten), aber die Erreichbarkeit unter Tags, Wochenenden und in den Ferien sei ein echtes Problem. Hier wurde die Neuausschreibung der Konzession für den Nahverkehr 2013 in den Ring geworfen und während der lebhaften Diskussion der Bacher untereinander konnte ich öfters das Stichwort Ringverkehr heraushören. So könne man die Akzeptanz und Auslastung der Verbindung nach Erbach steigern.

Bach hat derzeit wohl eine max. Internetanbindung von 1000 KBit/s per DSL, eine Besserung sei hierzu nicht in Sicht und der Kandidat wurde gefragt wie die Stadt hier helfen könne, um ortsansässigen Betrieben eine bessere Nutzung des Internets zu erleichtern. Ein Bürger wandte ein, dass, wenn seine Jungs am Rechner wären, die DSL Leitung glühen würde. Es wurde aber auch angemerkt, dass für das normale surfen im Netz die Geschwindigkeit ausreiche. Lediglich Uploads (E-Mails mit großen Anhängen als Beispiel) seien hier ein Problem, was in der Natur der Sache bei asyncronem DSL liegt (schneller Empfang von Daten, langsames senden von Daten ins Internet).

Dann wurde die geplante Querspange von der B311 zur B30 kontrovers diskuttiert. Laut Planungen im Regierungspräsidium Tübingen hätte Bach bei Umsetzung des derzeitigen Planungsstandes mit einem Mehraufkommen von 1000 Fahrzeugen täglich zu rechnen. Wo genau diese allerdings her kommen sollen, konnten selbst die Bacher sich nicht vorstellen.

Ansonsten waren den Bachern noch die Ansiedlung von Fachärzten wie z.B. Neurologen, der Anschluß des Sportplatzes an das Strom- und Wassernetz sowie die Sanierung bzw. Abriss und Neubau der Ortsverwaltung bzw. eines Gemeindezentrums, das sowohl von der Ortsverwaltung als auch von Vereinen und der Kirche genutzt werden könnte.

Ein Interessanter Abend, geprägt von sehr örtlichen Problemen und Nöten, aber genau das soll ja der Zweck einer solchen Veranstaltung sein. Bleibt mir wohl also nix anderes übrig als am nächste Donnerstag seine Veranstaltung im Erbacher Hotel-Restaurant Zur Linde zu besuchen um als zugezogener eine Idee von den Sorgen und Nöten der Erbacher zu bekommen.

Auf der Heimfahrt überlegte ich noch kurz, ob ich einen Abstecher ins Brasil machen sollte. Dort war seit 21 Uhr Martin Kaspar im Rahmen seiner „Im Gespräch mit“ Tour. Im vorbeifahren sah ich ihn allerdings sehr vertieft in ein Gespräch mit einer Handvoll junger Damen, so dass ich ihn dort nicht stören wollte. So hatte ich noch Zeit diesen Blogartikel zu schreiben 😉

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