Ein Tag am Strand…

…kann in Sekunden Bruchteilen in echten Stress ausarten, wenn man aus dem Wasser kommt, hinter sich greift um die Tasche mit den Getränken zu holen und ins Leere greift. Und weg war sie die Kühltasche mit den Getränken. Doch halt, mit den Getränken ist ebenfalls das Telefon und der Autoschlüssel verlustig gegangen.

Viel dramatischer als das Mobiltelefon ist der geklaute Autoschlüssel. Meine Automarke findet man hier nicht so oft, von daher hätte der Dieb relativ leichtes Spiel gehabt, meinen Wagen auf dem Parkplatz zu finden und schwups wäre das Auto futsch gewesen. Zum Glück hat mich meine EHB geistes gegenwärtig zum Auto geschickt und Gott sei Dank war der Wagen noch da. Also ich vor dem Auto gesessen und mich keinen Millimeter mehr bewegt, in der Hoffnung, dass EBH irgendwann mit den Kindern nach mir schauen würde. In der Zwischenzeit fuhr einmal die örtliche Polizei vorbei, nur dumm, wenn die kein Englisch verstehen und ich kein Ausländisch spreche.

Wie es der Zufall wollte, kam der Cousin meiner EBH mit einem anderen Cousin aus Deutschland vorbei, auch auf dem Weg zum Strand. Er organisierte dann direkt einen Abschlepper, die Polizei und rief auch meine Schwiegereltern an, damit die Kinder und EBH heim kamen. EBH und die Kinder kamen dann auch relativ zügig. Die Polizei kam auch zeitnah, allerdings beorderten die uns, nachdem klar war dass wir Ausländer sind, auf die Wache.

Also die beiden Cousins als Wachen am Auto gelassen und mit den Kindern und EBH nach Hause um direkt im Anschluss zur Polizei zu fahren. Dort dauerte es gefühlte Ewigkeiten, bis uns der gute Mann wieder heim schickte mit dem Hinweis, dass das morgen aufgenommen werden würde und wir dann entsprechend die Anzeige bekämen.

Nun wurde es allerdings richtig interessant. Das Auto stand noch auf dem Parkplatz, der erste Abschlepper wieder von dannen gezogen, da ich dummer Weise die Handbremse angezogen hatte (mach ich sonst nie!) und er damit das Auto nicht aus der Parklücke ziehen konnte. Ok, super. In der Zwischenzeit sind wir nochmal an den Strand. Vielleicht hatte wer die Tasche ins Gebüsch geworfen und den Schlüssel gar nicht erst gefunden (OK, unwahrscheinlich). Aber nichts. Keine Spur von der Tasche. Auf dem Weg zurück zum Auto liefen wir einem Bekannten meiner EBH über den Weg, welchem natürlich von der Chose erzählt wurde. Im Spaß meinte wer «Jetzt bräuchten wir nen Autoknacker!» und er meinte nur «Fragt mich, ich kann das!» Er ist aber kein Kleinkrimineller, sonder KFZ Mechaniker, und weiß wie man Autos aufbekommt.

In der Zwischenzeit war dann auch schon der zweite Abschlepper organisiert, der dann zusammen mit uns auf den Bekannten wartete, der schnell heimwärts fuhr um, ganz Film like, eine Zange und nen Draht zu holen, um das Auto zu knacken. OK, ein Profi hat das Auto sicherlich schneller offen, aber nach etlichen Versuchen hatte er das Auto dann auch auf bekommen. Dank hierfür. Nun wurde mein Leichenwagen erstmal per Seilwinde vor den Abschlepper gezogen und anschließend aufgeladen. Zum Glück stand das Auto auf sandigem Boden, sonst hätten die Reifen sicherlich ordentlich gelitten.

Der Wagen steht jetzt zwar offen, aber hoffentlich sicher in einem Hof, direkt dahinter Schwiegervaters Auto und das Tor zusätzlich per Vorhängeschloss gesichert. Wenn die Schlüsseldiebe unser Auto finden sollten, müssten sie also entweder mit einem Kran das Auto aus dem Hof heben, oder Schwiegervaters Auto gleich mit klauen.

Soweit so gut. Wie gehts weiter?

Nach ausgiebigen Diskussionen über das Warum, erstmal mit der KFZ Versicherung telefoniert. Der Verlust des Autoschlüssels ist nicht durch die Haftpflicht oder die Kasko abgedeckt. Einzig der Versand des Ersatzschlüssels (der natürlich in DE liegt) per UPS o.ä. hierher würde über den Schutzbrief übernommen werden. Ein neuer Schlüssel nicht. Jetzt heißt es hoffen, dass die private Haftpflichtversicherung/Hausrat/whatever evtl. den Schaden übernimmt.

Der Tag danach

Und es kam, wie es kommen musste. Nach Rücksprache mit meinem Versicherungsmenschen würde die Hausrat einspringen, wenn der Schlüssel über einen Einbruch in unser Haus hier geklaut worden wäre. Dem ist aber natürlich nicht so. Ausserdem habe ich mit meiner Werkstatt in DE telefoniert. Ein neuer Schlüssel kostet in DE 270,- EUR. Nach stundenlangem Buchbinder Wanninger durch alle Vertragswerkstätten hier in der Gegend, kostet ein Schlüssel hier ~200,- EUR, allerdings bei 10 Tagen Lieferzeit. Da wollten wir eigentlich schon wieder daheim sein. Werden es also doch die 270 Öcken in Deutschland. Verdammt.

OK, als nächstes den Versand des Ersatzschlüssels aus DE hierher organisieren. Der KFZ Schutzbrief übernimmt bis 110,- EUR an Versandgebühren. Also bei UPS nachgesehen und in Erfahrung gebracht, dass der versicherte Versand 124,06 EUR kostet. Glück gehabt, müssen wir also nur 14 EUR drauflegen. Die Online Geschichte bei UPS, wenn man keinen Paketschein drucken kann, ist allerdings gelinde gesagt eine Katastrophe. Nach Abschluss der Abholungsbeauftragung hat man zwar die Postleitzahl und Ort des Ziels angegeben, aber keine genauere Adresse. In dem gesamten Dialog ist nicht ersichtlich, dass die Adresse bei Abholung des Pakets vom Paketboten eingetragen wird. Wir hatten nochmals unsere Nachbarin angerufen um nochmals was zu klären und da sagte sie, dass der UPS Mensch in dem Moment bei ihr vor der Tür steht. Dann die Geschichte nochmals mit dem UPS Menschen diskutiert, weil in in der Zwischenzeit meinen ersten Versuch, der in einem Ausdruck des Paketscheins endete, online storniert hatte. Nun sollte alles seine Richtigkeit haben und bis Montag sollte mein Schlüssel hoffentlich hier bei mir sein.

Und das Auto? Der Wagen hat die Nacht ohne weitere Vorkommnisse im Hof verbracht. Der Bekannte der unser Auto gestern geknackt hatte, kam vorbei und hatte die entstanden Schäden begutachtet und die gestern entfernte Türleiste wieder angebracht und in den Tür Innereien wieder alles richtig zusammen gesteckt.

Soweit bis jetzt mal. Die Geschichte geht bestimmt noch weiter.

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