Das Ende der Welt ist nahe

Warum? Weil heute ein Scheißtag ist. Warum? Weil ich wegen »darf aber nix kosten« seit Tagen dran sitze mit wenig Geld eine vernünftige PC Kiosklösung für unser Marketing zusammen zu basteln, damit unsere Kunden sich im Laden einen begehbaren Kleiderschrank mit unseren Produkten zusammen zu klicken. In der Kiosklösung soll also unser »einzigartiger Produktkonfigurator« (lt. Aussage Demovideo) laufen. Die ganze Lösung sollte in unsere Schränke für den begehbaren Kleiderschrank passen, also bis auf das Display nicht sichtbar sein.

Wie fing alles an

Ich bekam Mittwoch Nachmittag vor 3 Wochen den Auftrag 3 Standard Minitower PCs inkl. Displays und Drucker (zum ausdrucken der Stücklisten) sowie eine Tastatur mit Trackball zu beschaffen und daraus besagte Kiosklösung bauen. Einsatzfertig sollte das Ganze Montag sein und hatte ein vorgesehenes Budget hierfür 3896 Ententaler. Also effekt. 2 Werktage Zeit inkl. Bestellung der Ware.

Da wir aber einen guten Lieferanten haben, war das Zeug am Donnerstag Vormittag bei mir, bis auf die Tastaturen. OK, also erstmal einen exemplarischen Aufbau gemacht inkl. Softwareinstallation. Nicht schön, funktionierte aber soweit und wurde Freitag Nachmittag auf den letzten Drücker per Kurierfahrer in den Testmarkt gekarrt und wurde dort Montag begutachtet.

Anforderungsprofile

Nachdem ich die Rechnung über die Hardware an die Abteilung weitergegeben habe, bekomme ich die Antwort »Displays sind falsch, keine Lautsprecher drin, PC zu groß, Drucker passt nicht in unseren Schrank, und überhaupt so geht das ja nicht! Die Hardware muss zurückgeschickt werden.«. OK, ich antwortete einfach nur, dass ich ein genaues Anforderungsprofil für die zu beschaffende Hardware haben möchte, und organisiere gleichzeitig die Rücksendung (Dank an unseren Lieferanten an dieser Stelle!).

Es vergeht eine ganze Woche, ohne dass ich Antwort bekomme. Schließlich frage ich nochmal persönlich nach. Große Diskussion, Bla Bla, und ich finde einen MiniPC, der sogar in eine Schublade passt (sofern für Belüftung gesorgt ist, was ich heute noch bezweifle). Ich bin ein Held! Und es war wieder Donnerstag, diesmal habe ich aber noch die nächste (lies diese jetzige KW 29) Woche Zeit. Dumm nur, dass die Hardware erst Montag kommt, ich aber unfreiwillig Frei habe, weil die Firma angeblich zu wenig Arbeit für uns hat. Ergo gehts erst Dienstag los und auch erst nachdem ich dem Wareneingang hinterhertelefoniert habe, ob das Zeug da ist.

Umsetzung 1

Die MiniPCs haben kein Betriebssystem drauf. Kein Problem, um Kosten zu sparen nehmen wir Ubuntu, alles kein Problem. Nur habe ich nicht mit unserem Konfigurator gerechnet. Das Ding ist eine Flashanwendung aus der auch noch die Stückliste gedruckt werden kann. Der Kunde soll natürlich möglichst nur den Konfigurator sehen, nicht am PC rumschrauben können und auch sonst nix kaputt machen können. Nach langem hin und her, inkl. Austausch von swf Dateien mit den Entwicklern, läuft der Konfigurator nun flüssig, Fullscreen und ohne irgendwelche Ränder drumrum, wo $KUNDE was falsch machen könnte.

Also mache ich mich an die Druckergeschichte, muss man ja alles testen. Aus allen Applikationen kann ich problemlos drucken, nur aus der Flashanwendung nicht. Es ist zum Mäuse melken. Ach ja, es ist Mittwoch Nachmittag. Am Montag muss das Zeug raus.

Umsetzung 2

Also gut, dann nehme ich halt aus unserem Software Schrank 2 Windows XP OEM Tüten raus und mache mich daran Windows auf die MiniPCs zu installieren. CD rein, Teil bootet, lädt Treiber und Gedöns und – B L U E S C R E E N! Sauber. Er erkennt den Festplattenkontroller nicht. Es ist Mittwoch Abend und ich mach Feierabend. Donnerstag Morgen (heute). Ich baue mir eine angepasste Windows XP Installations CD mit den SATA Treibern. Im ersten Versuch – Bluescreen. Also den zweiten Treiber von der Hersteller CD des MiniPCs eingebunden, wieder CD gebrannt, wieder Bluescreen. Arhgl! Ich versuchs noch einmal mit Ubuntu, keine Chance. Es ist Donnerstag Mittag.

Zündende Idee gehabt – SP3 in die Installations CD integrieren; gesagt – getan. Und es funktioniert! Uff. Problem nur, mir läuft die Zeit davon. Da ich i.d.R. mit dem ÖPNV ins Geschäft fahre, habe ich ein zusätzliches Problem. Also Auto von der Firma organisiert, damit ich nach Hause komme und der Weg frei ist für die paar Überstunden, damit ich die Kisten bis morgen fertig bekomme. Und das, obwohl ich eigentlich keine Überstunden machen darf, weil ich muss ja vier Mal im Monat zuhause bleiben. Letztendlich ists ein 13 Stunden Tag geworden. Toll. Noch eine Woche, dann ist Urlaub für 3 Wochen. Kann ich gebrauchen.

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